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Vertical Farming: Eine Zukunftstechnologie drängt nach vorne

Neues Terrain für Unternehmer und Investoren

Vertical Farming ist mittlerweile ein vielbeachtetes Thema. Experten verweisen darauf, dass es in Europa bereits 1965 als technische Lösung für Landwirtschaft und Gemüseanbau sehr konkret ins Gespräch gebracht wurde. Aber die Zeit war noch nicht reif. Deshalb konnte sich die Idee nicht durchsetzen. Doch mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen und die Folgen, die durch die Landwirtschaft weltweit ausgelöst werden, dramatisch verschärft. Die Landwirtschaft verantwortet 30 % der globalen CO2 Emissionen. Hinzu kommt der Einsatz von Chemikalien und die Zunahme ausgelaugter Böden. Dies alles in Verbindung mit dem globalen Anstieg der Weltbevölkerung ruft nach neuen Anbaumethoden in der Landwirtschaft.

Mittlerweile haben Unternehmer und die ersten Investoren den Kerngedanken des Vertical Farming aufgegriffen und auch schon umgesetzt. In New Jersey/USA befindet sich aktuell auf 7.000 qm die weltgrößte Farm auf 18 Etagen. In Singapur gibt es bereits 26 Farmen dieser Art. Es wird kolportiert, dass dort 80 t Gemüse jährlich geerntet werden. Wir werden die Entwicklung und die einhergehende Datenbasis weiter beobachten, weil die Meldungen im Einzelnen noch nicht belastbar sind. Es gibt weitere Projekte in London und Paris.

Die weltweit bereits gegründeten und weiterhin entstehenden Vertical-Farming-Projekte sind ernstzunehmende Hinweise dafür, dass eine weitere Zukunftstechnologie unseren Globus erobern wird.

Vorteile des Vertical Farming

Vertical Farming ist der Gegenentwurf zum großflächigen Ackerbau unter freiem Himmel bei gleichzeitig kritischem Einsatz von Gülle und Chemikalien. Die neue Technologie steht für eine zukunftsfähige Landwirtschaft unabhängig vom ländlichen Raum. Die Ausdehnung der Nutzfläche findet nicht mehr in der Breite statt, sondern in der Höhe auf mehreren Etagen. Der Anbau erfolgt nicht unter freiem Himmel, sondern in geschlossenen bzw. geschützten Räumen. Es können sogar ehemalige Werkhallen sowie stillgelegte Tunnel- und Bunkeranlagen genutzt werden. Das käme ganz nebenbei einer zusätzlichen Schonung von Bauressourcen gleich.

Modell einer Vertical-Farming-Anlage auf mehreren Etage
Modell einer Vertical-Farming-Anlage auf mehreren Etagen

Vertical Farming zeichnet sich aus durch kurze Transportwege, weil sich die technischen Anlagen unmittelbar in den Städten und im Umland befinden können. Der Anbau erfolgt ohne Chemikalien und ist durch den Indoor-Charakter ganzjährig ausgerichtet.

Das Fraunhofer Institut hat in einer ersten Erhebung festgestellt, dass eine Fläche von 3,6 qm ausreicht, um 1 Person mit Bio-Lebensmitteln ganzjährig versorgen zu können.

Im Innenleben einer Vertical-Farming-Anlage lassen sich die Elemente Licht, Wasser und natürliche Düngung unabhängig vom äußeren Klima und der örtlichen Bodenqualität autark steuern. Damit befinden wir uns auf dem Weg zu einer klima- und ressourcenschonenden Anbaumethode.

Investitionen in Vertical-Farming-Technologien

Es wird jetzt darauf ankommen, dass Unternehmer und Investoren zusammenfinden, um den Markt für Bio-Nahrungsmittel mit Vertical-Farming-Technologien weltweit zu erschließen. Dabei sollte Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen, um im internationalen Vergleich nicht abgehängt zu werden. Wir wollen Innovationen und die Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz forcieren – wie das Strategiepapier der Bundesregierung fordert. Dieses Ziel lässt sich hervorragend mit der hier beschriebenen Vertical-Farming-Technologie kombinieren. Die Zusammenführung dieser Themen erfordert Kreativität und unternehmerisches Handeln mit der Chance zur internationalen Ausrichtung. Für diese Aufgabenstellung ist der deutsche Mittelstand prädestiniert.

Wir werden die Investitionsbereitschaft in Vertical-Farming-Gründungen und die Häufigkeit von Unternehmensbeteiligungen weiter beobachten. Wir erwarten einen positiven Trend.

Going Concern Team